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Impfen? Impfen!

Das Thema Impfung sorgt immer wieder für kontroverse Diskussionen. Unserer Meinung nach sind Impfungen ein Beitrag zu einer gesunden Gesellschaft, denn nur wenn sich ein hoher Prozentanteil der Gesellschaft impfen lässt, reduziert sich das Risiko, dass längst „ausgerottete“ Krankheiten erneut ausbrechen.

Selbstverständlich impfen!
Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten medizinischen Maßnahmen.
Moderne Impfstoffe sind gut verträglich; bleibende gravierende unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden nur in sehr seltenen Fällen beobachtet. Unmittelbares Ziel einer Impfung ist es, den Geimpften vor einer bestimmten Krankheit schützen. Bei einer bevölkerungsweit hohen Akzeptanz der Impfungen können hohe Impfquoten erreicht werden. Dadurch ist es möglich, einzelne Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich weltweit auszurotten.
Die Impfempfehlungen gibt ein unabhängiges Expertengremium, das sogenannte STIKO (Ständige Impfkommission) alle 3 Jahre gemäß den IfSG-Empfehlungen aus.

Es ist eine wichtige Aufgabe jedes Arztes für einen ausreichenden Impfschutz bei den von ihm betreuten Personen zu sorgen. Dies bedeutet, die Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern frühzeitig zu beginnen, ohne Verzögerungen durchzuführen und zeitgerecht abzuschließen. Nach der Grundimmunisierung ist ggf. durch regelmäßige Auffrischimpfungen sicherzustellen, dass der notwendige Impfschutz lebenslang erhalten bleibt.

 

Impfformen:
1.    Standardimpfungen mit allgemeiner Anwendung
2.    Auffrischimpfungen
3.    Indikationsimpfungen bei beruflichen Risiken  bzw. auf Grund von Reisen

 

Frühsommermeningoenzephalitis (FSME):
FSME-Erkrankungen bei Kindern verlaufen im Allgemeinen leichter als bei Erwachsenen, vorwiegend mit neurologischen Symptomen.  Der Impfschutz sollte möglichst zu Beginn der Zeckensaison bestehen, denn ca. 95% der Erkrankungen werden in den Monaten Mai bis November gemeldet.

Hepatitis A:

Zur Impfung gibt es Einzelimpfstoff bez. Kombinationsimpfstoff mit Hepatitis B-Komponenten

 

Hepatitis B (HB):
Eine Auffrischimpfung nach Impfung im Säuglings- und Kleinkindesalter ist derzeit für Kinder und Jugendliche nicht generell empfohlen. Bei Personen, die in der Kindheit gegen Hepatitis B geimpft wurden, sollte eine HB-Auffrischimpfung durchgeführt werden, wenn für diese Person ein neu aufgetretenes Risiko besteht (z.B. Aufnahme einer Beschäftigung im Gesundheitsdienst).

Influenza:

Empfohlen wird die jährliche Impfung ab Herbst 2018 mit einem sogenannte Vierfach-Impfstoff als Standardimpfung aller Personen ab 60 Jahre sowie als Indikationsimpfung bei bestimmten Personengruppen (alle Schwangeren ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Trimenon; Personen mit erhöhter Gefährdung z.B. medizinisches Personal; wenn eine schwere Epidemie aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern droht).

 

MMR (Mumps, Masern, Röteln):

Nur als  Kombinationsimpfstoff wird verwendet.

 

Tetanus:

Jede Auffrischimpfung mit Td (Tetanus, Diphterie) (auch im Verletzungsfall) sollte Anlass sein, die Indikation für eine Keuchhusten (Pertussis)-Impfung zu überprüfen und gegebenenfalls einen Kombinationsimpfstoff einzusetzten.

 

Windpocken (Varicellen):
Die erste Dosis der Impfung gegen Windpocken wird in der Regel im Alter von 11-14 Monaten verabreicht. Die 2. Impfung sollte im Alter von 15 - 23 Monaten gegeben werden.
Bei allen ungeimpften Kindern und Jugendlichen ohne durchgemachte Windpockenerkrankung sollte die Windpocken-Impfung mit 2 Impfstoffdosen nachgeholt werden. Kinder und Jugendliche, die bisher nur eine Windpocken-Impfung erhalten haben, sollen eine 2. Impfung bekommen.

Allgemeines:
Es gilt grundsätzlich, dass es keine unzulässig großen Abstände zwischen den Impfungen gibt. Jede Impfung zählt! Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden.
Für die Lebendimpfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken stellt eine Schwangerschaft eine Kontraindikation dar.

Übliche Impfreaktionen:
  • Für die Dauer von 1-3 Tagen anhaltende Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle.
  • Für die Dauer von 1-3 Tagen Fieber < 39,5°C (bei rektaler Messung, d.h. im Po gemessen), Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe, Schwellung der regionalen Lymphknoten.
  • Bei abgeschwächten Lebendimpfstoffen: MMR, Windpocken 1-3 Wochen nach der Verabreichung z.B. leichte Speicheldrüsenschwellung, oder kurzzeitige Gelenksschmerzen bzw, flüchtiges Ausschlag oder milde Bauchbeschwerden z.B. nach Rotavirus-Impfung.

Meldepflicht besteht bei Verdachtsfällen einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung.

Der vorhandene Windpocken-Schutz für Gemeinschaftseinrichtungen wie unsere Klinik nach den 8/2017 aktualisierten RKI-Richtlinien hat eine große Bedeutung. In den RKI-Richtlinien werden die Maßnahmen zum Umgang mit Kontaktpersonen, die Gemeinschaftseinrichtungen besuchen oder in ihnen tätig sind, in Abhängigkeit vom Impf- und Immunstatus beschrieben.

 

Quelle: RKI Epidemiologisches Bulletin